grenzen von web2.0

Neulich war ich auf einer Konferenz zum Thema Web2.0 und wie man zukünftig Lehrlinge darauf vorbereiten kann, dass sie mit dem Internet umgehen müssen.

Die Konferenz entstand, weil jemand realisiert hat dass kaum ein Ausbildungsberuf von den Auswirkungen der Vernetzung verschont bleiben wird. Es gab zwei Fallstudien zu dem Thema, Medien- und KFZ-Branche wurden untersucht.

Das Beispiel aus der Medienbranche ist ein Mediengestalter der live die Bilder des Fotografen gesendet bekommt, sie vorbereitete und dann einem ungarischen Kollegen weiterleitet, welcher die Arbeit tatsächlich durchführt. Mit beiden kommuniziert er online, je nach Anlass via E-Mail, Telefon, Instant Messenger oder Vo-IP (Skype).

Den klassischen Anforderungen an einen Mediengestalter entspricht das nicht, aber die Medienbranche war schon immer recht nah am Puls der Zeit. Naja jedenfalls sieht man halt, dass in unterschiedlichen Branchen das Internet Einzug hält.

Die Möglichkeiten des Internet und des benutzerfreundlichen Web2.0 das darauf aufsetzt sind beinahe grenzenlos, um soziale Interaktionen zu vereinfachen oder überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Organisation in Unternehmen oder generell in hierarchischen Systemen wurde ja eingeführt, um soziale Probleme zu lösen. Man hat damals gemerkt, dass es ab einer gewissen Größe von sozialen Gruppen sehr schwer ist, gemeinschaftliche Entscheidungen zu treffen. Eine Diskussion mit einer Hand voll Mitarbeiter über die Zukunft des Unternehmens ist bereits schwer, mit ein paar tausend Mitarbeitern ist es unmöglich. Es würde Monate dauern, bis die Entscheidung getroffen ist. Dank des Internets wäre es aber nun mit vertretbaren Mitteln denkbar, Entscheidungen im Plenum zu treffen. Damit könnte man von der Organisation als "Wasserkopf", als nicht direkt zum Mehrwert beitragender Teil, Abstand nehmen. Prozesse könnten wesentlich schlanker über das Internet abgestimmt werden, die Unternehmen wieder agiler werden und letztlich Kosten senken.

Auch die Begründung für eine parlamentarische Demokratie, in der gewählte Vertreter stellvertretend für die Bürger entscheiden sollen, steht damit natürlich in Frage. Bürgerentscheide waren bisher aufwändig und teuer, und sind in Deutschland darum nur in Ausnahmefällen möglich.

Aber hier gibt stoesst man auch auf Grenzen des Internets. Wahlen beispielsweise zu vereinfachen, wie dies mit Wahlcomputern in der Theorie sehr schön möglich wäre, hat sich in der Praxis als nicht sicher herausgestellt. Also die Sicherheit ist einfach nicht zu leisten, die dafür nötig wäre, Papierwahlen sind trotz aller Technik immer noch das deutliche bessere Abstimmungsinstrument, weshalb die Wahlcomputer zur Zeit auch schon wieder am Aussterben sind, noch bevor sie so richtig eingesetzt wurden (zum Glück).

Welche Grenzen seht ihr noch, bei denen auch in naher Zukunft das Internet keine Verbesserung bringen kann?


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